Mitgliederrundbrief 2014/3

 

Liebe Freunde und Förderer,

unsere große Arbeitstagung 2014 „Alternative Eliten?“ ist gut gelaufen und bestens angekommen. Wir werten sie jetzt für eine Dokumentation aus, die im Frühjahr 2015 erscheint.

Die Eröffnung der Tagung mit den Grußworten von Senatorin, Dekanin und Uni-Präsident war großartig: Danke, dass Ihr so zahlreich und rechtzeitig kamt! Es lohnte sich. Alle würdigten die GdFF als älteste und mitgliederstärkste Vereinigung von Ehemaligen an der Uni-HH. Sie lobten den Fachbereich Sozialökonomie, der die Tradition des offenen Zugangs zum Studium für Berufserfahrene ohne Abitur fortsetzt. Für den Erhalt dieser „Hamburgensie“ (seit 1948) stritt sie einst energisch, so die Senatorin Stapelfeldt:

„Deshalb begrüße ich es sehr, dass es dem Fachbereich Sozialökonomie offenbar gelingt, die Vorteile und Besonderheiten der früheren Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik in den neuen Strukturen zu erhalten. Dazu gehört zuallererst die Durchlässigkeit, sprich: die Möglichkeit, ohne Abitur zu studieren. … Der Fachbereich Sozialökonomie ist bislang der einzige, der mit Fug und Recht das Attribut „Durchlässigkeit“ für sich in Anspruch nehmen kann.“

Der Präsident Lenzen lobte den uniweit herausragend hohen Anteil von NTS, (nichttraditionelle Studierende=ohne Abi), im Fachbereich Sozialökonomie. Als größter Fachbereich der WiSo-Fakultät sei er ein Vorbild. Das bekräftigte auch die Dekanin Löschper. Jetzt wurde die GdFF auf Initiative des Präsidiums eingeladen, an einem Werbekonzept mitzuwirken, das Berufserfahrene anspricht. Bisher warb nur die GdFF jahrelang mit Plakaten in U- und S-Bahnen für die Aufnahmeprüfung.

Auch Heinrich Epskamp appellierte in seinem Vortrag energisch, der Konkurrenz von privaten Anbietern, die auf den Weiterbildungsmarkt drängen, offensiv zu begegnen und die eigenen Stärken zu profilieren. Der Fachbereich Sozialökonomie garantiere als einziger diese Spezifika:

  • ein wissenschaftliches Studium an der Uni-HH,
  • keine Belastung durch Studiengebühren,
  • intensive Kleingruppenarbeit im Grundstudium.

Die Arbeitstagung war an drei Tagen mit 200 Gästen sehr gut besucht. Das dichte Programm, die stark nachgefragten highlights mit Frigga Haug und Manfred Hansen, der mit standing-ovations verabschiedet wurde, das fröhliche Treiben im lauschigen Foyer, die bewegende Barkassenfahrt bei schönstem Wetter, viele überraschende Treffen zwischen Ehemaligen, eine vergnügte Feier bis Mitternacht. Es war schön, alle waren zufrieden. Fast. Einigen fehlten

  1. Studierende – Als Gäste waren sie nur sporadisch da. Aber sie boten eine informative Veranstaltung an, die nicht so gut besucht war, wie wir erwartet hätten.
  2. Lehrende – Immerhin kamen etwa 15 ehemalige KollegInnen, – meistens nur kurz, aber als nette Überraschung.
  3. Mitarbeiterinnen der Verwaltung – Einige wenige kamen, wurden herzlichst begrüßt und freuten sich sehr!
  4. Lehrgangstreffen – Man vermisste ehemalige Mitstudierende, bekannte Gesichter etc.

Zu 1. Will die GdFF jünger, aktueller und stärker werden, muss sie aktiv auf Studierende zugehen. Tipps: An studentischen Aktivitäten teilnehmen, digitale Medien nutzen, Interessen für Kooperationsprojekte ausloten.

Zu 2. Wir versuchten, viel mehr KollegInnen zu motivieren – mit mäßigem Erfolg.

Zu 3. Ehemalige Mitarbeiterinnen der Verwaltung kämen eher zu einem Extratermin, meinten einige von ihnen.

Zu 4. Bei mehr als 5.000 Absolventen ist man bei einem Ehemaligentreff zwingend auf Aktionskerne angewiesen. die jeweils für einen Lehrgang mit langer Vorbereitung ein Schneeballsystem aufbauen und mit viel Arbeit Adressen sammeln. Das gab es nur für einige Lehrgänge. Die GdFF hat nur die Kontaktdaten für  5-10% der Ehemaligen.

FOTOS: Zu allen Veranstaltungen gibt es Bildmaterial, das für die Dokumentation bearbeitet wird. Und wir stellen eine Fotostrecke, auch kleine Videos, z.B. zum Vortrag von Manfred Hansen über „Mathe für alle“, beizeiten auf die homepage der GdFF ein.

THEMA: „Alternative Eliten?“ – vorsichtige Annäherungen

Elite meint Funktionen, mit denen Einfluss, Verantwortung, Entscheidungskompetenz ausgeübt werden, welche die Lebensbedingungen von vielen Menschen maßgeblich strukturieren und machtvoll ändern oder bewahren können. Entsprechende Konzepte werden in Netzen, Kreisen, Zirkeln, „Think Tanks“ entwickelt und in enger Absprache umgesetzt. Alle ziehen an einem Strang. Man grenzt sich zwar ab, um gezielter handeln zu können, nutzt aber den Raum von Institutionen und Organisationen. Dazu gehören auch Kirchen, Sport, Gewerkschaft, Partei etc. So sichert man sich wie die eigene Machtposition ab. – In Diskussionen meinten Ehemalige, sie seien teilweise „anders, alternativ“ unterwegs, weil sie zwar einflussreiche Funktionen ausübten, aber vor allem Benachteiligte unterstützten. Das sei nicht ohne Kooperation und Kollegialität in Organisationen zu leisten.

SOZIALÖKONOMIE: Karsten Nowrot fragte in seinem Vortrag, ob Sozialökonomie eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin sein könne. – Das Zentrum für ökonomische und soziologische Studium hat Ende November 2014 zum 10. Geburtstag des ZÖSS eine große Tagung organisiert, die sich mit dem Begriff, der Geschichte und modernen Konzepten von Sozialökonomie befasste. Wer mehr darüber erfahren will, sollte https://lecture2go.uni-hamburg.de/veranstaltungen/-/v/16858  aufrufen. Es lohnt sich!

MITGLIEDERVERSAMMLUNG: Am Freitag, dem 24.10.2014 wurden die jährlichen Vereinspflichten in der gut besuchten Mitgliederversammlung erfüllt.
Der Vorstand informierte in seinem Jahresbericht u.a. über die Informationsveranstaltungen für die Aufnahmeprüflinge, die im März und im September am Sonntag vor der Aufnahmeprüfungswoche stattfinden und die ausgelobten Preise für die besten interdisziplinären Bachelor-Abschlussarbeiten. 2013 betrug die Preissumme insge­samt 1.750,– Euro. Die ausgezeichneten Abschlussarbeiten lassen sich von unserer homepage herunterladen.

Im Berichtsjahr 2013 kamen 13 (im Vorjahr 12) neue Mitglieder zu uns, es gab 7 (17) Austritte und 14 (15) Ausschlüsse wegen fehlender Beitragszahlung, verstorben sind vier Mitglie­der. Der Mitgliederstand lag zum 31.12.2013 bei 519 (531).

50-jähriges Vereinsjubiläum feierten: Herbert Ankenbrand, Alfred Bussmann, Börries Diekmann, Holger Jensen, Dr. Dieter Koch, Gottfried Parzer, Christiane Pütz, Hubert Resch, Dr. Karl Peter Schlüter, Hans-Karl Schmidbauer. Mit Ausnahme von Alfred Bussmann (3.Lg.) kommen alle Jubilare aus dem 16. Lg.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft bei der GdFF bedanken wir uns bei Michael Buch (29. Lg.), Hans-Jürgen Köster (25 Lg.), Reinhard Rehm (29 Lg.), Wulf-Rüdiger Tölg (27 Lg.)

Seit der letzten Mitgliederversammlung verstarben: Karl-Heinz Geisler (8. Lg.), Gerd Godt (12. Lg.), Jutta Gonsior (26. Lg.), Bernd-Helge Hansen (63. Lg.), Heinz Junker (2. Lg.), Ibrahim Sahin (50. Lg.) und Ehrenfried Zillich (11. Lg.).

Die nächste Mitgliederversammlung wird voraussichtlich erst im vierten Quartal 2015 stattfinden.

Wir verbleiben mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen zu den Feiertagen!

Der Vorstand der GdFF

Prof. Dr. Helga Milz (1. Vors.), Gerd Dupont (stellv. Vors.), Dr. Dieter Koch (Kasse), Ulla Ralfs, Manfred Weichsel und Silke Wittich-Neven

Impressum:
> GdFF – Gesellschaft der Freunde und Förderer
> des Fachbereichs Sozialökonomie (vormals HWP) e.V.
> c/o FB Sozialökonomie, von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg
> 1. Vorsitzende Prof. Dr. Helga Milz
>
www.gdff.de
>E-Mail: helga.milz@wiso.uni-hamburg.de