Mai 022018
 
Autorität und Kritik (in) der Demokratie – am Beispiel der 68er Bewegung

Donnerstags | ab 7. Juni 2018 | 18 – 20 Uhr
Hörsaal C |
Universität Hamburg, Hauptgebäude | Edmund-Siemers-Allee 1 | 20146 Hamburg

»Das Thema Demokratie ist derzeit in aller Munde: Talkshows, Kolumnen, Politbarometer, Magazine, Theater, Film- und Radiobeiträge widmen sich diesem Thema und der Frage, wie es um ›unsere‹ Demokratie bestellt ist. Volksvertreter streiten über direkte und repräsentative Demokratie. Der G20-Gipfel in Hamburg löste eine Welle der Diskussion über die ›Belastbarkeit von Demokratie‹ aus. Die diesjährigen neunten Hamburger Lessingtage waren der Demokratie und ihren aktuellen Bedrohungen durch Populismus und Terrorismus gewidmet.
Die Gründung der ›Hamburgischen Universität‹ erfolgte auf der Grundlage eines demokratischen Aktes. Dieser Umstand verpflichtet geradezu, das Thema Demokratie in den Mittelpunkt einer Ringvorlesung zu stellen. Die Gründung der Demokratie ist als Mythos im Gewand einer antiken Tragödie, der ›Orestie‹ des Aischylos, überliefert. Moderne Inszenierungen dieses Theaterstückes entzaubern unsere Vorstellung, dass in ihren Anfängen die Demokratie noch bestens funktionierte. Von Anfang an war Demokratie ein gefährdetes Unterfangen. Die frühe griechische Theaterdichtung stellt uns das plastisch vor Augen, sofern wir nur genauer hinschauen. Deshalb werfen wir zunächst einen Blick auf die Anfänge der Demokratie (›Herrschaft des Volkes‹) im antiken Griechenland, auf den gesellschaftspolitischen Kontext und die Möglichkeiten politischer Einflussnahme und wir fragen: Mit welchen Mitteln übt Aristophanes in seinen Komödien Kritik an der Politik Athens in Zeiten des peloponnesischen Krieges, welches Bild von Recht und Ordnung entwirft Aischylos in seiner Tragödientrilogie? Es folgt der Blick in die Gegenwart mit der Frage, welche aktuellen Bezüge sich 2500 Jahre nach Entstehung der ›Orestie‹ herstellen lassen: Welches Demokratieverständnis herrscht heute vor? Welche Voraussetzungen müsste Demokratie heute erfüllen, um zu gelingen, und welche Aufgaben und Bedeutung haben Bildung und Kunst in diesem Prozess? Müssen wir neue Wege des Miteinanders beschreiten, um den Erhalt von Demokratie zu sichern?«

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weitere Vorträge der Reihe:

17.05.2018
Kunst im Würgegriff der Macht
Dr. Isabelle McEwen, Theater- und Theaterregisseurin, Medienwissenschaftlerin, Hamburg

31.05.2018
Mitbestimmung, Selbstverwaltung und politisches Mandat. Demokratische Spielräume der Studentenschaft in Hamburg zwischen Universitätsgründung und 1968
Gunnar Bengt Zimmermann, M. A., Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte, Universität Hamburg

07.06.2018
Autorität und Kritik (in) der Demokratie – am Beispiel der 68er Bewegung
Dr. Thomas Kurt Schröder, Philosoph und Soziologe, Hamburg

14.06.2018
Allgemeinwohlorientiert gegen Ökonomisierung: Studierendenproteste nach dem „Ende der
Geschichte“
Oliver Vornfeld, AStA, Universität Hamburg

21.06.2018
Demokratie und Menschenbild – Vom Leitideal des mündigen Bürgers zur neoliberalen Fiktion eines „homo oeconomicus“
Prof. em. Dr. Rainer Mausfeld, Institut für Psychologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

05.07.2018
Doppelmoral in den Medien: Strategien für die intellektuelle Selbstverteidigung
Dr. Uwe Krüger, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Universität Leipzig

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