Sep 152018
 

Norbert Aust, (*1943 in Delmenhorst), leitete die HWP erfolgreich bis 1992 und ist seither ein vielfältig engagierter und außergewöhnlich erfolgreicher Kulturmanager in Hamburg. Er versteht sich auf das Bohren dicker Bretter mithilfe von dichten Netzwerken. Davon profitierte einst die HWP!

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Hamburg war er ab 1970 an der Hochschule für Wirtschaft und Politik tätig, zunächst als Dozent im Fach Rechtswissenschaft, später als Rektor und ab 1980 bis 1992 als Hochschulpräsident. Er engagierte sich für den Auf- und Ausbau des Studiums für Berufserfahrene, für den Erhalt der Aufnahmeprüfung, für interdisziplinäre Grundkurse und für das Modell des sozialökonomischen Projektstudiums. Er unterstützte die Institutionalisierung der hochschulübergreifenden Frauenstudien maßgeblich und gründete das Institut für Weiterbildung sowie den Studiengang Kultur- und Bildungsmanagement, – lauter langwierige und nachhaltig wirksame Vorhaben, die bis heute Bestand haben!
Seine Aktivitäten in der Hamburger Kulturszene seit 1990 sind vielfältig: Kulturzentrum Kampnagel, Schmidt-Theater, Hamburg Media School, Kindermuseum, Hamburger Theaterverein, Tourismusverband, Hamburg Marketing etc. Für seine Verdienste wurde Norbert Aust 2013 mit der Biermann-Ratjen-Medaille der Stadt Hamburg ausgezeichnet und 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Lieber Norbert, wir gratulieren Dir sehr herzlich!

Heute, am 19.12.2018 um 11,00 Uhr bekam unser früherer Kollege und Präsident Prof. Norbert Aust das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um Kultur und Bildung überreicht, und ich durfte neben anderen Kollegen, seiner Familie und Wegbegleitern aus Kultur und Politik dabei sein.Der Kultursenator würdigte Austs Fähigkeit, Projekte zu initiieren und Aust selbst beschrieb seinen Weg und seine Initiativen von dem fächerübergreifenden Projekt der HWP mit der Musikhochschule zum Kultur- und Bildungsmanagement über seine Einbindung in das Kulturprojekt Kampnagel usw. bis hin zu neueren Projekten wie dem Kindermuseum und weiteren Plänen, die Kultur in Hamburg erlebbar machen sollen.- Während seiner Zeit als Präsident war es ihm wichtig, dass die Hochschule und auch die Lehrenden für die Studierenden da sein sollten, nicht umgekehrt; in die Zeit seiner Präsidentschaft fiel u.a. auch die von Studierenden stark beförderte Gründung des Nothilfefonds für Studierende der Sozialökonomie und die Ankurbelung weiterer finanzieller Hilfen, weil angesichts der materiellen Lage vieler Studierender des zweiten Bildungswegs Bildung sonst nicht erfahrbar bleibt, sondern Studienabbrüche vorprogrammiert sind.

Neben der individuellen Fähigkeit von Aust, sich zu vernetzen, scheint es mir, dass ge- und erprobte Interdisziplinarität und Sozialökonomie keine Ladenhüter sein müssen, sondern das Leben verbessern helfen können, im besten Falle sogar nachhaltig.

S. Wittich-Neven

 

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